Sony HDR HC3-E
Fotos alleine sind nicht im Stande bestimmte Situationen, Vorgänge, Erlebnisse oder wie man es auch nennen mag, festzuhalten. Zumindest ist das meine Meinung. Filmt man dagegen solche Situationen kann man anderen Leuten die nicht dabei gewesen waren genau zeigen was wie war und es ist leichter sich die Ereignisse vorzustellen. Allerdings muss man auch hier sagen es gibt Situationen / Augeblicke, die durch ein gelungenes Foto besser zur Geltung kommen.
Mit gefilmtem Material kann man einiges anstellen, man kann es am PC zerschneiden, kürzen, anpassen, wieder zusammen setzten, mit Musik hinterlegen usw., ich denke es ist jedem klar wie viele Möglichkeiten es gibt. Soviel mal vorab, als Einleitung quasi.
Da ich zuerst “nur” eine Digitalkamera hatte, aber es sehr viele Situationen war wo es mir nicht möglich war die Stimmung in den Bildern aufzufangen und zu zeigen, war mir klar, dass eine Videokamera / ein Camcorder her musste.
Die Auswahl an Videokameras ist riesig. Cams die auf Mini DV Kasetten schreiben, Cams die auf Speicherkarten schreiben, auf DVDs oder auf einen internen Speicher, Cams die Fotos machen können, Cams die sogar einen Blitz verbaut haben, Cams die im 4:3 Format filmen, Cams die im 16:9 Format aufzeichnen, Cams die die standart Pal AUflösung haben, Cams die eine geringere Auflösung haben als 720x576px, Cams die die neue Auflösung High Definition können und damit 1920x1080px, usw. usw. usw. ….
Die Suche gestaltet sich also nicht als die einfachste, aber wenn man sich eine Kamera kauft, macht ja auch die Suche nach dem richtigen Modell Spaß.
Ich hatte für meine Entscheidung von vorneherrein 2 Dinge die die Videokamera erfüllen musste. Erstens musste sie “Full HD” können, also mit der hohen Auflösung 1920x1080px aufzeichnen. Ich denke diese Auflösung wird immer weiter verbreitet werden und da ich meinen Camcorder eine Zeit haben möchte, sollte diese also auch unterstüzt werden. Die zweite Vorraussetzung war, dass die Kamera die Videodateien nicht auf DVD oder Speicherkarte aufzeichnet, sondern auf Mini DV Videokasetten. Wieso Mini DV ? Ganz einfach, weil die Aufzeichnungen dann nicht komprimiert abgelegt werden, wodurch Qualität verloren geht, sondern nativ auf das Band gespeichert werden (unkomprimiert). Außerdem finde ich es praktisch, ist eine Kasette voll einfach die nächste rein und man kann wieder gut 60 Minuten oder bei besonders lange Bändern 90 Minuten im SP Modus filmen. Die Kasetten lassen sich mehr oder weniger endlos oft wieder beschreiben und gehen nicht nach etwas längerer Zeit kaputt, wie es bei DVD der Fall ist. Fünf solche MiniDV Bändern kosten etwa 12 Euro. Ein Memorystick mit dem man 5 Stunden filmen kann kostet deutlich mehr. Auch die DVDs kosten mehr als die Bänder, da man, um sie wieder beschreiben zu können spezielle RW DVDs braucht.
Ich habe mich dann bei verschiedenen Herstellern umgesehen, was es für Kameras gibt, die meine beiden Anforderungen erfüllen. Ich habe lange gesucht, verglichen und Testberichte gelesen. Ich hatte von Anfang an eine Tendenz zu Sony, da diese im Bereich Filmkameras und gerade bei dem neuen High Definition Format sehr erfahren sind. Letztendlich bin ich dann auch bei Sony geblieben und habe mir dort die größte HD Handycam ausgesucht. Die nächst größere Kamera lag bei etwa 3500 Euro und da das meinen Rahmen leider gesprengt hat, habe ich mir für die HDR HC3-E entschieden.
Es war damals die kleinste Camcorder der Welt mit voller HD Auflösung.
Letztendlich überzeugten mich aber die genialen Funktionen der HDR HC3-E. Fotoaufnahmen mit bis zu 4 Mpx, integrierter Blitz, Nachtsichtmodus mit 2 Infrarot Leuchten, Blitzschuh für optionales Zubehör wie Mikrofone, große Infrarotleuchten, Videoleuchten etc., die Möglichkeit Zeitlupenaufnahmen zu machen, die Möglichkeit während dem Filmen zu fotografieren (mit 2,3 Mpx) und noch vieles mehr.
Hier habt ihr also auch gleich den Großteil der Features der Kamera, also die auffälligen Merkmale. Auf ein paar dieser Merkmale möchte ich im Folgenden Text auch noch etwas genauer eingehen.
Als erstes der Fotomodus:
Schaltet man in den Fotomodus der Kamera, so kann man mehrere Auflösung wählen, mit denen die Fotos gemacht werden (VGA, 1,9 Mpx, 3 Mpx (16:9) und 4 Mpx (4:3) ). Die Kamera macht dafür, dass sie eigentlich zum Filmen gebaut wurde ganz ordentliche Bilder. Die Fotos werden auf einen Memory Stick Pro Duo gespeichert, dieser muss seperat erworben werden. Auf dem PC bekommt man die Bilder entweder über das mitgeliefertie USB Kabel oder indem man den Stick über einen Cardreader (Kartenlesegerät) mit dem Computer verbindet.
Die HDR HC3-E verfügt über einen integrierten Blitz, der sich über dem Objektiv befindet. Es lässt sich die Intensität in 3 Stufen einstellen, außerdem kann man den Blitz AN (blitzt bei jedem Bilder), AUS (Blitz nie) oder auf AUTOMATIK (Blitzt bei zu schwachem Licht) stellen.
Mir persönlich gefallen die Fotos die entstehen wenn der Blitz benutzt wird nicht, da sie meist nicht richtig scharf sind und die Farben kommen auch nicht gut rüber. Schade eigentlich … .
Als nächstes die Nachtsichtfunktion:
Wie die Meisten Camcorder von Sony verfügt auch dieser über die Nachtsichtfunktion. Mit Hilfe von 2 Infrarot LEDs kann man auch in völliger Dunkelheit noch sehen. Das Bild bekommt im Nachtsichtmodus einen “Grünstich”, das hat denke ich aber jeder schonmal im Fernsehen bei Nachtsichtgeräten gesehen … . Die Sichtweite mit den zwei integrierten Infrarot LEDs ist stark begrenzt, sie beträgt schätzungsweise drei Meter. Filmt man also im freien wird lediglich das Restlicht verstärkt, wenn vorhanden. Wer auf im freien im Dunkeln akzeptabel sehen möchte, kann sich den optionalen Infrarotstrahler von Sony kaufen. Dieser kommt oben in den Blitzschuh / Zubehörschuh. Sony gibt mit der Infrarotleuchte eine Sichtweite von etwa 30 Metern an, das wäre also eine akzeptable Möglichkeit für Nachtfilmer.
Kommen wir zur Zeitlupenaufnahme:
Die HDR HC3 E von Sony bietet die Möglichkeit in Zeitlupe aufzunehmen. Dazu macht der Camcorder 300 Halbbilder in 3 Sekunden. Es entsteht dadurch eine 4-Fache Verlangsamung. Es werden immer 3 Sekunden aufgenommen. Sie die 3 Sekunden vorbei, speichert die Kamera die aufgenommenen 3 Sekunden aus dem Zwischenspeicher auf das Mini DV Band. Dieser Vorgang passiert wie alles bei Mini DV in Echtzeit und dauert somit 12 Sekunden. Ich finde diese Funktion extrem genial, weil man anders nicht so flüssige Zeitlupen hinbekommt.
Es besteht die Möglichkeit 3 Sekunden vor oder nach dem Drücken der REC Taste aufzuzeichnen. Diese Einstellungsmöglichkeit ist ebenfalls super !, da man oft nicht genau weiß wann das “Schnelle” passiert was man verlangsamt aufnehmen kann, so kann man einfach einstellen, dass es die 3 Sekunden vor dem Drücken sind die man haben möchte. Man drück also einfach REC nachdem z.B. eine große Welle kam und schon werden die letzten 3 Sekunden auf das Band aufgenommen. Während den 12 Sekunden in denen die Zeitlupe auf die Kasette gespeichert wird, sieht man sie auf dem Bildschirm, man kann also direkt sehen wie das Ergebniss aussieht. Ich verspreche euch ihr werdet begeistert sein !
Einen kleinen Nachteil hat die Zeitlupenfunktion aber, dadurch dass die Kamera mehr Bilder pro Sekunde machen muss, werden die aufnahmen etwas dunkler und etwas unscharf. Man kann mit guten Videoschnittprogrammen etwas nachhelfen, aber den Qualitätsverlust sieht man trotzdem. Auch wenn das mit der Qualität sehr schlecht rüber kommen mag in diesem Text, die Zeitlupen sind so genial und diese Funktion kenne ich sonst von keiner Kamera auf dem Markt, das macht die Qualitätseinbußen wieder wett.
Fotografieren während man filmt:
Die HDR HC3 E erlaubt es während dem Filmen zu fotografieren. Man kann bis zu 3 Aufnahmen machen. Diese werden nachdem man durch Drücken des REC Knopfes die aktuelle Filmaufnahme beendet auf den Memorystick gespeichert. Die Fotos haben dann eine Auflösung von 2,3 Mpx.
Die Filmaufnahmen sind klar und die Kamera macht ihre Arbeit sehr gut. Auch der Ton kommt gut raus.
Was mir nicht so gefällt:
Die Kamera ist recht lichtschwach, wie alle Kameras mit solch kleinen Objektiven. Sie ist eher weniger für Abendaufnahmen geeignet bei denen die Beleuchtung schwach ausfällt.
Außerdem ist die Kamera für mich zu unweitwinkelich, man muss wirklich sehr weit von großen Sachen weggehen um sie ganz drauf zu bekommen.
Ich bin alles in allem wirklich sehr zufrieden mit der Kamera da sie wirklich super gute Aufnahmen macht, sie hat ein paar Schwachstellen, aber diese halten sich in noch in einem akzeptablen Rahmen.
Der Preis betrug damals etwa 1100 €, heute ist sie schon für um die 900 € erhältlich.
Habt ihr Fragen zur Cam ? Ist irgendwas nicht klar geworden was ihr gerne wissen möchtet, dann schreibt einfach ein Kommentar.
Und wie siehts bei euch so aus, mit was Filmt ihr ? Und filmt ihr überhaupt ? Was haltet ihr vom Filmen im verlgiech zum Fotofrafieren ?
Meldet euch hier doch einfach mal …
Sebastian …








