Tilt-Shift Fotografie nachmachen


Die Tilt-Shift Fotografie ist eigentlich dazu da, um beispielsweise Architekturfotos verzerrungsfrei darstellen zu können, ohne Wölbungen durch den Fish-Eye-Effekt an den Seiten zu haben, die bei geringer Brennweite entstehen. Durch das Neigen des Objektives wird diese Verzerrung raus genommen. Hier ein Bild eines Nikon Tilt-Shift Objektives (Quelle Nikon.de).

Man kann aber auch durch Schärfeverschiebung und sehr wenig Tiefenschärfe dir Illusion erzeugen, als wäre das Motiv winzig klein, wie ein Modell. Besonders gut wirkt der Effekt bei Bildern von Großstädten, wo viele große Gebäude, Straßen und Menschen zu sehen sind.
Das Motiv sollte von einem erhöhten Standpunkt aus aufgenommen sein, als würde man von oben herab auf ein Modell herabgucken.

Hier ein Beispielbild von Drew Wilson (entdeckt auf Flickr):

(Klicken zum Vergrößern)

Ich bin letztens durch eine Werbung im Fernsehen wieder drauf gekommen und habe mich in einigen Fotoblogs umgeschaut. Dabei habe ih dieses geniale Video des Amerikaners Sam O’Hare gefunden, das im Stopmotionverfahren “gefilmt” wurde mit 35.000 Einzelbildern mit einer Nikon D3.
Er hat jedoch kein Tilt-Shift Objektiv benutzt, sondern einen Videofilter im Postprocessing hinzugefügt.

Hier könnt ihr “The Sandpit” sehen:

Hier noch ein sehr schönes Video:

Diesen Effek/Filter kann man natürlich auch auf einzelne Fotos anwenden, um Dinge kleiner aussehen zu lassen, als sie sind.
Dazu nimmt man ein Foto, das von einer erhöhten Posiion aufgenommen wurde und fügt mit Photoshop oder anderen Bildbearbeitungsprogrammen einen Unschärfen-Verzerrungsfilter um den Fokuspunkt des Bildes hinzu, um die geringe Tiefenschärfe, wie bei einem Makrofoto zu imitieren.

Man kopiert die Ebene und muss nun einer der Ebene die Unschärfe hinzufügen.
Am einfachsten geht dies mit einer Ebenenmaske, die den Fokuspunkt des Bildes ausschließt. Rundherum wird der Weichzeichner eingesetzt.
Die zweite Ebene, die darunter liegt, kommt also durch und dort ist das Bild immernoch scharf.

Auf diesem Bild habe ich in etwa den Ausschnitt der Ebene hell hervorgehoben, der nicht weichgezeichnet wurde.

Um alles noch etwas zu verfeinern, kann man Kontrast und Sättigung erhöhen, um die leuchtenden, knalligen Modellbaufarben nachzuahmen.

So sieht das Endergebnis dann aus (Fotografiert in der Schweiz):

(Klicken zum Vergrößern)

Dieses Bild aus dem Internet habe ich nachbearbeitet und den Tilt-Shift Foto-Effekt hinzugefügt. (Originalbild von metroscenes.com)

(Klicken zum Vergrößern)

Ich finde diesen Effekt wirklich sehr interessant und witzig, da er die Umwelt des Bildes verändert und sie künstlich erscheinen lässt. Schwer umzusetzen ist so eine Nachbearbeitung auch nicht und das Ergebnis lässt sich sehen. :)

Leon…

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Kommentare von Lesern

Hallo , Leon
Beindruckt ! Das ist das Einzigste Wort was mir dazu einfällt.
Fantastisches Bild hast du gemacht , aber bei der Erklärung, wie man das selbst mach komme ich nicht so ganz mit.
Kannst du mir ein geignetes Programm mir empfehlen , und es mir dann noch einmal zu erklären ?

Danke im voraus ;)

Danke für das Kompliment.
Die folgende Erklärung gilt vorrangig für das meistgenutzte Programm: Photoshop.
Egal welche PS version, das Prinzip ist immer das gleiche.
Man hat also sein Bild, in welchem die Tiefenschärfe sehr ausgeglichen ist, also alles scharf ist und kein besonderer Fokus auf dem Bildmittelpunkt liegt. Das Ziel ist es, wie bei einem Marko-foto die Bereiche außerhalb des Fokus unscharf erscheinen zu lassen. Das macht schließlich den Marko Effekt aus. Dazu kann man sich auch diesen Artikel und die darin enthaltenen Links angucken: http://www.tech-talk.de/2009/06/15/fotoserie-makro-nachgeholfen/
Das Vorgehen besteht darin, dass man nun mit Photoshop den äußeren Bereich des Fotos “verwischt” und verschwimmen lässt. Das geht ganz einfach mit dem “Weichzeichner” Tool. Man bearbeitet das Foto mit einer steigenden unschärfe zu den Rändern hin. Der Mittelpunkt des Bildes bleibt natürlich so scharf, wie vorher, er darf nicht durch Weichzeichnung bearbeitet werden.
Ich hoffe, das diese Kurzfassung verständlich war. Es geht einfach darum, zur Außenseite des Fotos ein Verschwimmen zu erzeugen, was den Makro Effekt ausmacht und diesen auf ein eigentliches Nicht-Makro-Bild überträgt.

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